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Havanna - hier wird Salsa getanzt!


CD-Besprechung

Snowboy and the Latin Section

Para Puente

Februar 2003 - Cubop

CD-Review von

5 Punkte: Absolute Spitzenklasse
CD-Cover: Para Puente

 

 

CD-Cover: Para Puente

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Es gibt viele, bei denen ich mich an dieser Stelle mal für die Tipps, Unterstützung und Korrekturen bedanken möchte, die sie für diese CD-Besprechungen beigesteuert haben. An erster Stelle natürlich meinem Freund Ronny . Wenn ich einen Titel höre, kann ich meistens sagen, wie er heisst und welche Band das ist. Ronny weiss, welche Musiker zu der Zeit, als das betreffende Lied aufgenommen wurde, gerade in der Band gespielt haben! Und Ronny ist auch der, der z.B. Wayne Gorbea schon 1997 für Deutschland entdeckt hatte. Ein Dankeschön auch an Lobo von Musica-Latina.De für viele gute Tipps. Und einer, der an dieser Stelle ebenfalls Credits verdient, ist Rob Lücking ( alias DJ Zorro aus Bayreuth z.Zt. Chicago ) - vielen auch bekannt durch seine CD-Besprechungen beim Salsaholic und - vor Allem - als der rührige Organisator der deutschen Salsa-Charts auf http://www.salsa-charts.com - die umfassenste Quelle für aktuelle Salsa in Deutschland ( Mann, was für eine Arbeit!). Vielen Dank für den fruchtbaren Gedankenaustausch per eMail! Zorro gab mir den Tipp, mal in Snowboy And The Latin Section reinzuhören. Diese CD ist schon ein bisschen älter ( September 2002 ) und die CD ist auch nicht überall zu haben. Daher sei mir die Nicht-Aktualität verziehen, die der geneigte Leser sonst an dieser Stelle gewohnt ist.

Wer ist nun SNOWBOY? Snowboy - mit richtigem Namen Mark Cotgrove - ist ein Engländer, der schon in 70ern als Jazz-DJ in vielen Londoner Clubs auflegte. Neugierig geworden nahm er Percussion-Unterricht und in den frühen 80ern wechselte er dann in's Musiker-Lager und erspielte sich an den Congas einen legendären Ruf in der englischen Latin-Jazz Szene. Trotzdem liess ihn das Auflegen nicht los - noch heute ist er Gastgeber der berühmten Hi-Hat Sessions im Londoner Jazz Cafe. Nach unzähligen CD-Veröffentlichungen und Auftritten rund um die Welt legte er im September 2002 mit seiner neusten CD 'Para Puente' wohl eines seiner ausgereiftesten Werke vor.

Was ist das nun für Musik? Jazz und Salsa? Das liegt gar nicht soweit auseinander. Tatsächlich ist eben die Salsa nicht nur aus den vielzitierten afrokubanischen Einflüssen entstanden sondern es gibt da noch mehr - wie immer man es nennen mag. Soul, Swing, Jazz, Latin Jazz und und und ... all das führte damals Ende der 60er u.a. über den Boogaloo weiter zur Salsa. Und genausowenig, wie man den Begriff Salsa klar definieren kann ( auch wenn das einige behaupten ), lässt sich Snowboy in irgendeine Schublade stecken. Eine witzige Anekdote dazu: Im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann ist diese CD inzwischen erhältlich. Aber in welcher Abteilung findet man sie? Unter Latin Jazz? Nein. Salsa? Nein. Weltmusik? Nein. Der zum Kauf entschlossene Dussmann-Kunde muss unter Soul / Dance suchen. Und ganz unrecht haben die Dussmänner gar nicht. Da ist 'ne Menge Soul in der Musik und tanzen kann man auch danach :-)

Snowboy ist eben kein reiner Latin Jazz. Aber auch keine Musik in dem Sinne von Salsa, wie es manche Tänzer vielleicht verstehen. Snowboy ist - auf der neuen CD - schnell! Sehr schnell - bisweilen untanzbar! Snowboy ist hart! Furiose Congas und Timbales! An die Schmerzgrenze gehende Bläsersätze. Snowboy ist aber auch: Einfühlsame Vibes. Und vor allen Dingen diese Hammond-Orgel. Dieses komische Ding aus den 70ern, für das manche Musiker heute ein Vermögen ausgeben würden, wenn sie ein Original kriegen könnten. Whow - Das klingt! Wie damals bei Eddie Palmieri's Vamonos pal monte als die Hammond Orgel von seinem Bruder Charlie bedient wurde.

Die CD 'Para Puente' ist natürlich eine Hommage an DEN Meister. So gibt es auch ein Stück mit dem schlichten Titel Puente. Er - der Meister - würde es wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Und wenn schon Schublade, dann wohl die, wo 'Mambo Jazz' draufsteht. Ganz stark auch Two for T . Ganz einfach weil hier die absolut abgefahrene Bläsersektion mit der Posaune im Vordergrund dominiert ( so wie auf den früheren CD's von Snowboy ). Chango Moti Awa ist hingegen ein deutlicher Hinweis auf die afrokubanischen Wurzeln ( Rumba ... Rumbero! ) Eine Neuauflage einer alten Descarga ist 42nd and Broadway ( ganz in der Nähe dieser 'Ecke' namens Time Square befindet sich übrigens mein Favorit-CD-Shop in NYC :-). Das Lied zum Platz! Diesmal ist 42nd and Broadway nicht Bläser-dominiert und vor Allem ist es: viel viel viel schneller! Und das Ganze auch noch 9 Minuten lang. Liebe DJ's: Bitte runterpitchen* - das hält auf der Tanzfläche niemand aus. 9 Minuten! Aber keine dieser 9 Minuten ist langweilig. Eben genau wie der Platz. Für mich neben Barrago das stärkste Stück dieser CD! Die Snowboy-Conga nach ca. 6 min ... oooah. Was bei diesem Titel aber sofort aufhorchen lässt, sind die Vibes ( auf deutsch Vibrafon ) am Anfang. Das wohl schnellste Stück der CD ist das eben schon erwähnte Barrago. Hervorragend die Posaune, die hier den Sound bestimmt. Ebenso die Rhythmus-Sektion. Timbales und Schlagzeug laufen am Ende zu Höchstform auf. Und es ist eines der drei Stücke dieser CD, auf dem auch mal ein Chorus und Stimmen zu hören sind - alle anderen Stücke sind instrumental - genau die richtige Antwort auf das sonst übliche Salsa-Bla Bla Bla .... Ebenfalls gut tanzbar, wenn man die Geschwindigkeit runterpitcht* :-)

Fazit: Stark, Stark, Stark ... aufregend die Idee, die Hammond-Orgel für die Salsa wiederzuentdecken, Klasse Percussion und Super Bläser! Aber: Nix für 'Dame un beso hasta lunes' - Fans. Und: teilweise zumindest leider untanzbar - weil zu schnell für Salsa-Tänzer. Aber was für Musik in meinen Ohren! Und nicht nur in meinen: Mehrere Berliner Salsa-Tanzlehrer fragten schon sehr enthusiastisch nach dieser Musik ...

Die Besprechung von DJ Zorro gibt es hier: http://www.salsa-charts.com/

*Für Nicht-DJ's: 'Pitchen' bedeutet die Geschwindigkleit eines Stückes verändern ( in diesem Falle verlangsamen ). Dies geht bei allen gängigen Disco-Plattenspielern und CD-Playern. Die Gefahr dabei: Es wird nicht nur die Geschwindigkeit der Beats verändert sondern auch die Tonhöhe ( schnell = Mickey Mouse, langsam = Monster-Stimme ) . Abhilfe: Etwas teurere CD-Player eines nicht genannt wollenden Herstellers, die zwar den Beat verändern, nicht aber die Tonhöhe - der betreffende Knopf heisst 'Master-Tempo'. CD-Player dieser Art gelten in Deutschland's Salsa-Clubs leider als selten anzutreffende Spezies ....


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Und hier die Titel und Komponisten

No. Titel Komponist Zeit
1 Chango Moti Awa Mark Cotgrove 09:07
2 Puente Mark Cotgrove 05:58
3 Rumberos de la Habana y Matanzas Mark Cotgrove 05:40
4 Two for T Mark Cotgrove 07:01
5 Barrago Mark Cotgrove 05:49
6 42nd and Broadway Mark Cotgrove 09:01

Diese Kritik gibt nur die subjektive persönliche Meinung des Autors wieder. Wollt Ihr mir Eure Meinung mitteilen oder habt Ihr Tips für zukünftige CD-Besprechungen?
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