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CD-Besprechung

»Michael Stuart

Tributo a Louie Ramirez

November 2011 - RLM

CD-Review von

4 Punkte: Ein Muss!!
CD-Cover: Tributo a Louie Ramirez

 

 

CD-Cover: Tributo a Louie Ramirez

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Ein Tribut, eine Hommage an »Louie Ramirez also. Was bedeutet, das es sich bei diesem Album um eine CD mit nachgespielten Songs handelt.

Fangen wir an mit »Louie Ramirez, dem dieses Album gewidmet ist. Einige Leser kennen ihn vielleicht nicht. Geboren wurde er am 24. Februar 1938 in New York als Sohn puertorikanischer Eltern. In den 1950ern spielte er Vibrafon bei Joe Loco, in den 60ern u.a. mit »Joe Cuba. Aber auch bei »Johnny Pachecos erstem Charanga Album hatte er die Finger im Spiel. Und was er alles spielte: Vibes, Timbales, Perkussion. Aber nicht nur das: Er komponierte, arrangierte und produzierte. Immer war er musikalisch seiner Zeit voraus und gut für Innovationen. Er zählt mit zu den wichtigsten Personen der Salsa-Geschichte, denn er steckte als Produzent und Arrangeur hinter den meisten Fania - Aufnahmen. Was ihm Beinamen einbrachte wie Quincy Jones der Salsa oder schlicht El Genio. Und das war er wirklich. Endgültig zur Ikone wurde er in den 1980ern. Da fand er mit »Ray De La Paz einen congenialen Partner. Einen Sänger, wie es ihn selten gibt. Zusammen produzierten sie Salsa-Geschichte. Einiges davon war zwar Salsa-Romantica aber so genial komponiert, produziert und arrangiert, dass es heute noch Klassiker der Salsa sind. Musik zum Geniessen. Hits wie Mentirosa, Estas Enamorado oder Todo Ser Derrumbó machten beide unsterblich. Leider, leider nicht ganz, denn »Louie Ramirez starb sehr früh an einem Herzinfarkt - das war 1993 im Alter von nur 55 Jahren.

Wer den Namen »Louie Ramirez noch nicht gehört hat, wird wahrscheinlich den ebenfalls in New York im Jahre 1975 geborenen Puertoricaner »Michael Stuart auch nicht kennen. Er ist ein wirklich ausgezeichneter Sänger, dessen Karriere just in dem Moment begann, als Ramirez starb. Mitte der 90er galt »Michael Stuart als eines der kommenden Talente. Und singen kann der Junge - unglaublich. Auch und vor allem auf der Bühne. Man schaue mal [»] hier . Aber leider blieb er es bis heute - ein Ausnahmesänger zwar, aber auch das ewige Talent. Der richtige Volltreffer, der Superhit, der ihn weltweit in die allererste Salsa-Liga katapultiert hätte, fehlte bis jetzt. Nicht jeder Salsero kennt seinen Namen und seine Lieder. Vielleicht weil an seiner Seite so jemand wie »Louie Ramirez fehlte.

Nun zu dem Album. Es könnte sowas wie einen weiteren Durchbruch für Michael Stuart bedeuten. Zumindestens werden mehr Leute seine Stimme kennenlernen, denn das Album hat es in sich. Ich bin ja eigentlich kein Freund von Cover-Versionen. Aber hier wurde vieles richtig gemacht und das Ergebnis ist mehr als passabel. Es ist überdurchschnittlich. Auch und vor allem wegen dem guten Sänger!

Erst kürzlich unterhielt ich mich mit einem Freund bei einer Autofahrt über die Kraft der Songs von Louie Ramirez. Und ein bisschen lästerten wir auch über die Synzhesizer und Drumcomputer der 1980er, die auch Louie Ramirez in seinen Arrangements verwendete - das war Mode damals. Tja und nun liegt eine CD vor, die genau diese Songs der 1980er von Louie Ramirez wieder hervor holt und auf den heutigen Stand der Arrangeur-Kunst hievt.

Aber hören wir mal rein. Ein Schnulzen-Klassiker zum Mitsingen ist sicherlich Estar Enamorado. Was sehr gut umgesetzt wurde: Man hat es eben nicht als Schnulze wiederaufleben lassen, sondern etwas mehr Pepp in das Arrangement einfliessen lassen. Aussergewöhnlich das Violinen-Solo von »Alfredo De La Fe im Montuno-Teil. Dieser Song wurde als Single vorab ausgekoppelt und soll der offizielle Hit der CD werden. Er hat das Zeug dazu:

Cover-Version von Michael Stuart

Einer meiner Lieblingssongs der Cd ist aber Yo Soy Aquel. Vielleicht weil es auch einer meiner Lieblingssongs aus der 1980er Periode von Louie Ramirez ist. Dieser Song hat eine Kraft in sich und dazu das Sahnehäubchen: Die unverwechselbare Stimme von Ray De La Paz. Das zu covern ist mutig ... und es ist gelungen! Auch in der Cover-Version gibt es die Streicher aus dem 1980er Arrangement aber der Rhythmus ist eine Spur peppiger. Das liegt an - man ahnt es schon - einem der besten Timbaleros unserer Zeit: Luisito Quintero. So einen wie ihn braucht es schon, wenn man den Timbalero Louie Ramirez covern möchte. Altmeister Ramirez hätte sicher auch seine Freude am Arrangement des Chorus in der Cover-Version gehabt. Hier darf man - besonders im letzten Teil des Songs - auch von Genialität reden - das ist Klasse gemacht!

Original von Louie Ramirez

Cover-Version von Michael Stuart

Und nochmal Luisito Quintero. In dem Stück Timbalero darf er sich mal richtig mit einem Solo austoben. Wer ihn in letzter Zeit live gesehen hat (z.B. beim »Spanish Harlem Orchestra zusammen mit Ray De La Paz), weiss, das ein Solo von ihm immer für Höhepunkte sorgt. Beide Versionen haben mächtig Schub.

Original von Louie Ramirez

Cover-Version von Michael Stuart

Natürlich darf der Superhit Mentirosa auf der CD nicht fehlen. Der wurde zusammengefasst mit Ladron De Tu Amor zu einem Medley. Das hatte auch Ramirez einmal so gemacht. Das Cover-Medley beginnt gar nicht mal so schlecht - aber die Tempoverschärfung bei Mentirosa, das ja eigentlich von seiner Lässigkeit lebt, tut der Cover-Version in meinen Augen nicht so gut. Vielleicht hätte man beide Songs doch besser getrennt. Sehr schön hingegen das ausgezeichnete Piano Solo in der Cover-Version von Lluvia. Auch hier hat man sich gute Gedanken beim Neuarrangement gemacht.

Original von Louie Ramirez aus den 1980ern

Cover-Version von Michael Stuart

Mein Eindruck insgesamt: Das Erbe Louie Ramirez schreit geradezu nach einer Würdigung, aber man hat bisher weitestgehend die Finger davon gelassen. Die Arrangements, die Kompositionen, das Spiel der Timbales und der Vibes und dann noch die Stimme Ray De La Paz - da kann man mit Cover-Versionen eigentlich nur verlieren. Das Erbe ist einfach zu gut. Michael Stuart und sein Team haben das aber trotz der hohen Hürden bravourös gemeistert. Sie sind mit den Originalen behutsam umgegangen, haben hier und da gute Ideen in die Neuarrangements einfliessen lassen und so doch Erstaunliches geschaffen. Ich bin positiv überrascht.

Fazit: Zwar alles nur geklaut aber sehr gekonnt umgesetzt. Louie Ramirez wäre begeistert, könnte er dies im Himmel hören. Eine würdige Homenaje!


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