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Havanna - hier wird Salsa getanzt!


CD-Besprechung

Nils Fischer

Gracias Joe Cuba

November 2007 - Wallboomers Latina

CD-Review von

3 Punkte: Gute CD mit 2 oder 3 Hits
CD-Cover: Gracias Joe Cuba

 

 

CD-Cover: Gracias Joe Cuba

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Ihr habt bestimmt schon bemerkt, dass ich sehr enthusiastisch Salsa-Neuerscheinungen aus Deutschland bespreche - ja ein bisschen Lokalpatriotismus muss sein. Zumal sich deutsche Salsa-Produktionen international überhaupt nicht mehr verstecken müssen. Heute haben wir es wieder mit einem Deutschen zu tun - er ist sogar der Bandleader. Allerdings lebt der in Bremen geborene und aufgewachsene Nils Fischer nicht mehr in Deutschland sondern in Holland. Mehr über seinen Lauf des Lebens könnt ihr in dem Interview weiter unten nachlesen. Ich habe ihn natürlich gefragt, wie man als junger Deutscher mit 18 zu Latin Jazz und Salsa kommt zu einer Zeit, als Neue Deutsche Welle, Punk und 80er-Pop die Musikszene prägten. Und das dann auch noch zu studieren. Sehr lustig: Schuld an allem waren Platten zum Preis von 1,- DM ... wie das Leben so spielt. Mehr im Interview unten ...

Die hier vorgestellte Debüt-CD von Nils Fischer ist - wie der Titel schon sagt - einem seiner Idole gewidmet: Dem 1931 in New York geborenen Joe Cuba - auch ein Conguero wie Nils. Joe Cuba's richtiger Name ist Gilberto Calderon. Ein Konzertveranstalter war in den 50ern der Meinung, dass sich dieser Name nicht verkaufen lässt. Aus dem Gilberto wurde Joe und weil die Musik afrokubanisch klang, nahm er Cuba :-). Aber Freunde nannten ihn eigentlich nur Sonny. 3 Namen - ein Genie! Das Besondere an Joe Cuba's Musik und Band war die Besetzung: Es war 'nur' ein Sextet (später 7 - der Name blieb aber) zu einer Zeit, als die Mambo-Big Bands angesagt waren. Unter den Bandmitgliedern waren allerdings so klangvolle Namen wie Jimmy Sabater (Timbales) oder Cheo Feliciano (vocal). Und im Unterschied zu den Mambo-Big-Bands kam das Joe Cuba Sextet ganz ohne Bläser aus. Das war gewagt (ebenso wie die vielen abgefahrenen Breaks in ihrer Musik)! Aber sie hatten etwas, was die Bläser quasi wettmachte und den Zuhörer vergessen liess, das da eigentlich was fehlte: Die Vibes! Damit setzten sie Masstäbe und waren Vorbild z.B. für das New Swing Sextet (in den 60ern gegründet) oder solcher modernen Bands wie z.B. der hier schon besprochenen Grupo Latin Vibe. Joe Cuba selbst freute sich, wie er mit so kleiner Besetzung die damaligen Dancefloors 'rockte' ( "Man, it was really fun to knock out all those audiences night after night with just a small band." )

Und natürlich war Joe Cuba auch ein Vorbild für Nils. Trotzdem ist die CD Gracias Joe Cuba nun alles andere, als ein Nachspielen der alten Hits. Auch dazu könnt Ihr in dem Interview unten Einiges lesen (Ist immer interessanter, es aus erster Quelle zu erfahren.)

Ich würde sogar behaupten, dass fast mehr Nils Fischer in der CD steckt als Joe Cuba. Es ist alles sehr jazzig aber auch ein bisschen Timba lässt sich manchmal entdecken. Einen Sänger, wie Cheo Feliciano kann man schwer toppen - also macht man es ganz ganz anders! Der Cubaner Fabian Nodarse 'Huracan' sorgt mit seiner Stimme für typisches Cuba-Feeling - diesmal bezogen auf die Insel.

Auch die Arrangements sind völlig neu. Nils wollte nicht auf Bläser verzichten - aber auch nicht auf das Vibrafon. Nun gibt es Beides und das muss man erst mal arrangieren. Wobei die Bläser doch dominieren - das Vibrafon hört man sehr dezent - in manchen Liedern gar nicht , wie in meinem Favoriten dieser CD: Bochinchosa - eine richtig abgefahrene Dance-Floor Nummer. Hier sorgt das Piano für die richtigen Riffs - auch die Posaunen dominieren. Der grosse Auftritt der Vibes kommt für mich in dem sehr schönen Lo Bueno Ya Viene. Das rockt!

Unter allem liegt eine unglaublich akzentuierte Rhythmus-Sektion - angeführt natürlich vom Chef an den Congas. Aber auch die Liste der Musiker, die auf dieser CD mitwirken, hat Glamour-Faktor: Brian Lynch - Trompeter von Eddie Palmieri, Ex Issac Delgado Bassist Alain Perez (der auch mitarragiert hat ) oder die ebenfalls in Holland lebenden Gerardo Rosales (Percussion - Venezuela), Alberto Caicedo (vocals - Kolumbien) und der Timbalero José Pepe Espinosa ( Cuba u.a. Bamboleo, Issac ) um nur einige zu nennen. Sehr grossen Anteil am Gelingen dieser CD hatte ein weiterer Deutscher - der Pianist und Arrangeur Marc Bischoff aus Hannover ( der ebenfalls im Salsa-Paradies Rotterdam lebt ).

Mit 17 Titeln ist die CD reichlich bestückt - nicht alles sind Tanznummern - so ist z.B. aus Llegue ( bei Joe Cuba noch klar von der Clave dominiert und einfach zu tanzen ) ein sehr reinrassiges Latin Jazz Stück geworden. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg. Das bei Joe Cuba praktisch untanzbare Cachondea ( viel zu schnell für Otto-Normaltänzer ) wird hier in einer recht ansprechenden Geschwindigkeit gereicht. Nicht allerdings ohne die Perkussion - Power des Originals - eher noch mehr. Suuper!

Viele Stücke sind auch zusammengefasst zu insgesamt 3 Medleys. Schade finde ich, dass eines meiner Joe Cuba-Lieblingsstücke Yo Vine Pa' Ver im Radio-Edit nur angespielt wird (1:19 min). Zumal die Nils Fischer -Version das Zeug für einen echten Dancefloor-Hit hätte...

Der Genuss beim Hören steigert sich ungemein, wenn man sich die Originalstücke mal direkt vorher anhört. Nils Fischer liefert eine sehr moderne, toll arrangierte und perfekt aufgenommene Interpretation der alten Klassiker, die viel Spass bereitet. Und zwar auch dem noch lebenden Joe Cuba! Der auf der Rückseite des CD-Covers in einem kurzem Gruss begeistert von den Neu-Interpretationen Nils Fischers schwärmt.


Ein Exklusiv-Interview von mir mit Nils Fischer findet Ihr [»] hier

Mehr Infos und Hörproben: http://www.nilsfischer.com/ - Die CD kaufen: -->hier


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Und hier die Titel und Komponisten

No. Titel Komponist Zeit
1 Arinanara Chano Pozo 03:28
2 Que Va / Guaracha Y Bembe / Cachondea C. Feliciano / Nick Jiménez / J. Cuba 06:49
3 Bochinchosa Nick Jiménez 03:37
4 Entrada Nils Fischer 01:08
5 El Hueso Nick Jiménez 02:55
6 Pancho / Yo Vine Pa' Ver/ Tremendo Coco J. Sabater / P. Salsazar / H. Alvarez 07:00
7 Lo Bueno Ya Viene M. Amadeo / Nick Jiménez 03:51
8 Oriente Rudy Calzado 03:32
9 Llegué Paquito Pastor 04:54
10 Que Pollo / Mujer / Picando De Vicio F. Rivas / C. Feliciano / R. Egües 08:19
11 Ya No Tengo Amigos Alberto Zayas 06:13
12 Que Va - Radio Edit C. Feliciano 02:09
13 Guaracha Y Bembé C. Feliciano / Nick Jiménez / J. Cuba 01:27
14 Cachondea C. Feliciano 03:11
15 Pancho J. Sabater 02:13
16 Yo vine Pa' Ver P. Salazar 01:19
17 Tremendo Coco H. Alvarez 03:24

Diese Kritik gibt nur die subjektive persönliche Meinung des Autors wieder. Wollt Ihr mir Eure Meinung mitteilen oder habt Ihr Tips für zukünftige CD-Besprechungen?
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